Die Nieren sind wahre Hochleistungsorgane: Täglich filtern sie bei jedem Menschen rund 1.500 Liter Blut, entfernen nicht mehr benötigte Stoffe und sorgen so gemeinsam mit den ableitenden Harnwegen – den Harnleitern, der Blase und der Harnröhre – für die Entgiftung des Körpers. Viele Menschen denken bei „Urologie“ zunächst nur an Männergesundheit oder Themen wie die Prostata, doch das Fachgebiet umfasst viel mehr: Es befasst sich mit allen Erkrankungen von Nieren, Harnwegen, Blase und männlichen Geschlechtsorganen – und betrifft deshalb Frauen, Männer und Kinder gleichermaßen.
Häufige Beschwerden und ihre Hintergründe
Probleme beim Wasserlassen – medizinisch Miktionsstörungen – sind kein seltenes Thema, betreffen jedoch vor allem Männer ab der Lebensmitte. Oft steckt eine gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH) dahinter. Die Warnsignale reichen von abgeschwächtem oder stotterndem Harnstrahl, häufigem nächtlichen Wasserlassen („Nykturie“), plötzlichem Harndrang bis hin zum Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können. Was viele nicht wissen: Diese Probleme können – wenn sie nicht behandelt werden – sogar die Blase schädigen oder langfristig zu Nierenschäden führen.
Doch auch klassische Blasenentzündungen, Inkontinenz und Blasenschwäche gehören ins Feld der Urologie. Während Frauen häufiger an akuten Harnwegsinfekten leiden, rücken bei Männern im Alter die Prostata und ihre Veränderungen in den Vordergrund. Aber auch neurologische Erkrankungen – wie Multiple Sklerose oder Schlaganfälle – können Harnwegserkrankungen verursachen. Nicht zuletzt gibt es urologische Tumore, etwa Blasen-, Nieren- oder Prostatakrebs.
Blasenschwäche und Inkontinenz: Ein Tabuthema, das viele betrifft
Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund sieben Millionen Menschen von einer Blasenschwäche betroffen – Männer wie Frauen. Die Formen der Inkontinenz variieren: Bei der sogenannten Dranginkontinenz kommt es plötzlich zu heftigem Harndrang, bei der Stressinkontinenz zum Urinverlust beim Husten, Niesen oder Tragen schwerer Gegenstände. Gerade Männer erleben diese Beschwerden oft nach Operationen an der Prostata.
Die Folgen gehen über das Körperliche hinaus: Inkontinenz beeinträchtigt die Lebensqualität, führt zu Schamgefühlen und kann Betroffene sogar gesellschaftlich isolieren. Dabei gibt es heutzutage viele Therapieansätze – von Beckenbodentraining über Medikamente bis zu operativen Verfahren – die signifikant helfen können.
Frühzeitige Diagnose schont Nieren und Nerven
Urologische Beschwerden sind kein Grund, sich zu verstecken oder gar aus Scham auf medizinische Hilfe zu verzichten. Je früher Nieren- und Harnwegserkrankungen erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln und Folgeschäden vermeiden. Regelmäßige Kontrollen, gerade ab dem 50. Lebensjahr, sind empfehlenswert – nicht nur für Männer!
Haben Sie Fragen zu den Themen Wasserlassen, Blase, Niere oder Prostata? Die Urologie bietet spezialisierte Fachärzt:innen, die ganz ohne Tabus beraten und individuell helfen können. Sorgen Sie vor – Ihrem Wohlbefinden zuliebe!