Am 12. März 2026 findet bereits zum 20. Mal der internationale „Weltnierentag“ statt. Das diesjährige Motto, „Nierengesundheit für alle – für Menschen sorgen, den Planeten schützen“, legt den Fokus auf die enge Verbindung zwischen der Versorgung chronisch nierenkranker Menschen und dem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.
Chronische Nierenerkrankung – eine stille Gefahr
Nach aktuellen Schätzungen sind in Deutschland etwa 8 bis 10 Millionen Menschen von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen. Besonders tückisch: Die Nieren erfüllen meist noch rund 10 Prozent ihrer Funktion, ehe Betroffene konkrete Symptome bemerken. Bereits eine moderate Einschränkung der Nierenfunktion erhöht spürbar das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutarmut, Knochenerkrankungen sowie letztlich ein vollständiges Nierenversagen.
Laut aktuellen Erhebungen nimmt die Krankheitslast durch Nierenleiden weiter zu. Statistisch gehören chronische Nierenkrankheiten laut einer Studie im Fachjournal The Lancet zu den neun Erkrankungen mit dem größten Verlust an Lebensjahren. Die Auswirkungen des Klimawandels – etwa höhere Durchschnittstemperaturen, Luftverschmutzung und veränderte Trinkwasserverfügbarkeit – verschärfen die Situation zusätzlich und verursachen bereits heute vermehrt Komplikationen bei nierenkranken Patientinnen und Patienten.
Behandlungsmöglichkeiten und Herausforderungen
Im Endstadium der Nierenerkrankung sind Patientinnen und Patienten auf eine Dialysebehandlung oder eine Nierentransplantation angewiesen. Aktuell erhalten rund 90.000 Menschen in Deutschland regelmäßig Dialyse. Auf der Warteliste für eine Transplantation stehen etwa 8.500 Personen, davon mehr als drei Viertel, die auf eine Spenderniere hoffen. Im Jahr 2024 wurden bundesweit 1.391 Nierentransplantationen durchgeführt.
Rolle der Nephrologie: Prävention und wohnortnahe Versorgung
Nephrologinnen und Nephrologen übernehmen eine zentrale Rolle bei der Betreuung nierenkranker Menschen. In Deutschland wird die Mehrzahl der akuten und chronischen Nierenerkrankungen in der ambulanten Versorgung durch spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte behandelt. Dank sektorenübergreifender Zusammenarbeit ist heute auch eine langfristige und wohnortnahe Betreuung – etwa nach Klinikaufenthalten – möglich.
Wie Dr. Michael Daschner, Vorsitzender des Berufsverbands der Nephrologinnen und Nephrologen in Deutschland, betont: „Nierenkrankheiten verlaufen oft lange unbemerkt. Ambulant tätige Nephrologinnen und Nephrologen garantieren eine hochwertige, wohnortnahe nephrologische Versorgung der Patientinnen und Patienten und haben daher einen entscheidenden Anteil daran, dass schwere Verläufe verhindert werden und die Lebensqualität erhalten bleibt.“
Serviceangebote für Betroffene und Interessierte
- Nierentelefon: Der Verband Deutscher Nierenzentren (DN) und der Bundesverband Niere e.V. bieten jeden Mittwoch zwischen 16:00 und 18:00 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800 248 48 48 eine telefonische Beratung an. Dort beantworten Experten medizinische und sozialrechtliche Fragen rund um das Thema Nierenerkrankungen.
Ein regelmäßiger Check bei der urologischen Vorsorge kann entscheidend dazu beitragen, Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und deren Verlauf zu beeinflussen. Viele Nierenerkrankungen bleiben lange symptomlos und werden erst durch Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen oder Hausarzt entdeckt. Durch einfache Blut- und Urintests lassen sich schon frühzeitig Risiken wie Bluthochdruck, Diabetes oder eine eingeschränkte Nierenfunktion feststellen. So greift die urologische Vorsorge nicht nur beim Thema Prostata und Blase, sondern bildet auch eine wichtige Säule beim Schutz und Erhalt der Nierengesundheit – ganz im Sinne des diesjährigen Weltnierentags-Mottos.