Blasenkrebspatienten profitieren von regelmäßiger Bewegung
Bewegung wirkt sich auf unterschiedlichste Weise positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus – darin sind sich Experten einig. Dass das auch für Krebspatienten gilt, konnten zahlreiche Studien in den letzten Jahren belegen. Die Zeiten, in denen Betroffenen ausschließlich körperliche Schonung empfohlen wurde, sind also vorbei. Aktivsein bedeutet dabei nicht, sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Auch kurze Spaziergänge oder Treppen steigen zählen.
Aktiv gegen Nebenwirkungen
Experten raten Krebspatienten bereits während der Therapie zu einem angepassten Bewegungsprogramm – die körperliche Belastbarkeit vorausgesetzt. Dadurch können Betroffene aktiv Begleiterscheinungen der Erkrankung und der Therapie lindern. So haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Sport während einer Chemotherapie typische Nebenwirkungen wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder depressive Verstimmungen reduzieren kann. Besonders eindrucksvoll ist die Wirkung von körperlicher Aktivität auf den als „Fatigue“ bezeichneten ausgeprägten Erschöpfungszustand. Hier kann Sport nicht nur vorbeugen, sondern eine bereits bestehende Fatigue wirkungsvoll lindern.
Auch nach Abschluss der akuten Therapiephase hilft körperliche Aktivität die eigene Leistungsfähigkeit wieder herzustellen und das Wohlbefinden zu steigern. Daher nimmt die Bewegungstherapie auch in der Rehabilitation von Krebspatienten einen großen Stellenwert ein. Eine aktuelle Studie mit fast 500 Blasenkrebspatienten zeigte, dass regelmäßige Bewegung die Lebensqualität der Betroffenen deutlich steigern konnte.1
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Das richtige Maß
Als besonders geeignet gelten Ausdauersportarten wie Walking, Radfahren oder Schwimmen. Experten empfehlen, diese mit einem Krafttraining zu kombinieren. Wichtig ist, in Absprache mit dem Arzt, das Pensum an die individuellen Bedürfnisse und die Belastbarkeit anzupassen. So können Betroffene von den positiven Auswirkungen von Bewegung profitieren, ohne sich zu überfordern.
Auch mit einer Ersatzblase können und sollten Patienten in Bewegung bleiben. Da die Operation zu einer geschwächten Bauchmuskulatur führen kann, sollten Betroffene eine Überlastung dieser Muskelgruppe vermeiden und die Kraft langsam wieder aufbauen. Wichtig bei einem Blasenersatz ist zudem ein gezieltes Beckenbodentraining.
„Nicht bewegen ist allemal schlechter als sich zu bewegen“, sagt auch der 79-jährige Blasenkrebspatient Conrad Schlimm. Er rät Betroffenen, sich selbst auszutesten. So merke man schnell, wo die persönlichen Grenzen liegen, aber auch was man an Leistung selbst wieder zurückgewinnen kann. In einem Video berichtet er über seinen Weg zurück in ein aktives Leben.
Quelle:
1. Gopalakrishna A, Longo TA, Fantony JJ, et al. Physical activity patterns and associations with health-related quality of life in bladder cancer survivors. Urol Oncol. 2017 Sep;35(9):540