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Genitale Fehlbildungen: Meist kein dauerhaftes Schicksal

Bei rund fünf bis sechs Prozent aller Kinder stellen Ärzte eine Fehlbildung fest. Dazu gehören auch genitale Fehlbildungen bei Jungen, am häufigsten sind das anatomische Fehlbildungen des Penis. Für die Eltern der kleinen Patienten ist es wichtig zu wissen: Die häufigsten Fehlbildungen lassen sich auch gut behandeln; nicht selten sind ihre Auswirkungen so gering, dass eine Behandlung nicht oder nicht sofort notwendig ist.

Nach der an anderer Stelle beschriebenen Phimose tritt die Hypospadie am häufigsten auf. Dabei reicht die Harnröhre nicht bis zur Penisspitze, sondern „mündet“ vorher an einer Stelle der Unterseite des Penis. Das seltenere „Gegenstück“ ist die Epispadie, bei der die Harnröhre an der Oberseite des Penis austritt. Sehr selten hingegen werden männliche Kinder ohne Penis oder mit zwei Penissen (Penisagenesie bzw. Penisduplikation) geboren; öfter wird ein gekrümmter und verdrehter Penis (Chorda penis) festgestellt.

Operation ja oder nein?

Hypospadie und Chorda penis als vergleichsweise häufige (aber trotzdem seltene) Fehbildungen treten in unterschiedlichen Schweregraden auf. Wenn die Harnröhre bei einer Hypospadie bis in die Nähe der Eichel reicht, sind Funktion von Penis und Harnröhre meist nicht oder nur minimal beeinträchtigt; in diesen Fällen kann auf eine Operation – die einzige Behandlungsmöglichkeit – verzichtet werden. Liegt der Austritt der Harnröhre davor oder sogar im Bereich des Hodensackansatzes ist eine Operation allerdings unvermeidbar.

Ähnliches gilt für den Chorda Penis, bei dem erst ab einer Krümmung von über 30 Grad eine Operation als zwangsläufig gilt. Grundsätzlich: Wenn eine Fehlbildung die Funktion des Penis (Wasserlassen, Geschlechtsverkehr) beeinträchtigt oder unmöglich macht, ist eine Operation notwendig. Weil aber auch mildere Formen der Erkrankungen die Patienten – spätestens ab der Pubertät – psychisch stark belasten können, müssen Eltern und behandelnde Ärzte abwägen, ob eine Operation angezeigt ist. Denn auch ein chirurgischer Eingriff, der in der Regel nicht lange nach dem 1. Geburtstag durchgeführt wird, ist für das Baby eine nicht zu vernachlässigende körperliche und psychische Belastung.

Hier gibt es weitere Informationen zu Hodenhochstand oder Vorhautverengung.

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