Probleme beim Wasserlassen kann verschiedene Ursachen haben – von harmlosen bis hin zu behandlungsbedürftigen Auslösern. Im Folgenden finden Sie einen leicht verständlichen Überblick über die wichtigsten Ursachen, Tipps zur Soforthilfe und Hinweise, wann ein Arztbesuch notwendig ist.
Typische Ursachen für erschwertes Wasserlassen
- Harnwegsinfekte (Blasenentzündung): Besonders bei Frauen häufig. Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und eventuell ein brennendes Gefühl.
- Prostatavergrößerung (BPH): Vor allem Männer ab 50 bekommen dadurch oft Probleme, weil die Prostata auf die Harnröhre drückt und den Urinfluss einschränkt.
- Harnsteine: Kleine Ablagerungen können die Harnwege blockieren und so Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen verursachen.
- Neurologische Erkrankungen: Krankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes oder Rückenmarksverletzungen können die Blase beeinträchtigen.
- Medikamentennebenwirkungen: Einige Arzneimittel – etwa Antihistaminika, Antidepressiva oder bestimmte Blutdrucksenker – stören die Blasenfunktion.
Was können Sie selbst tun? – Sofortmaßnahmen
- Wärme anwenden: Eine Wärmflasche auf dem Unterbauch entspannt die Muskulatur und kann Beschwerden lindern.
- Ausreichend trinken: Auch bei Beschwerden mindestens 1,5 Liter Wasser oder Kräutertee täglich trinken, um die Harnwege zu spülen.
- Entspannt auf die Toilette gehen: Setzen Sie sich bequem hin, atmen Sie tief durch. Entspannung hilft, die Blase besser zu leeren.
- Reizstoffe meiden: Verzichten Sie auf Koffein, Alkohol und scharfes Essen, da diese die Blase zusätzlich reizen können.
- Haltung ändern: Versuchen Sie, sich beim Wasserlassen etwas nach vorne zu beugen oder aufzustehen, um den Urinfluss zu fördern.
Wann ist der Arztbesuch notwendig?
Ein Arzt sollte immer dann aufgesucht werden, wenn:
- Die Beschwerden länger als einige Stunden anhalten.
- Starke Schmerzen, Fieber oder Blut im Urin auftreten.
- Gar kein Urin mehr abgeht (Harnverhalt – ein Notfall!)
Diagnose und Behandlung durch den Arzt
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen. Anschließend gibt es meist folgende Untersuchungen:
- Untersuchung von Urin und Blut: Liefert Hinweise auf Infektionen oder andere Erkrankungen.
- Ultraschall: Zeigt, ob Harnsteine oder eine vergrößerte Prostata vorliegen.
- Blasenspiegelung (Zystoskopie): Ermöglicht einen Blick in die Harnwege, falls andere Methoden keinen Befund liefern.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Infektionen werden meist mit Antibiotika behandelt, Harnsteine eventuell entfernt, eine Prostatavergrößerung wird mit Medikamenten oder bei Bedarf operativ behandelt.
Tipps zur Vorbeugung
- Trinken Sie ausreichend – 1,5 bis 2 Liter täglich sind ideal.
- Gehen Sie frühzeitig zum Arzt, wenn sich Beschwerden zeigen.
- Männer über 45 sollten regelmäßig Prostatavorsorge beim Urologen wahrnehmen.
Mit diesen Informationen können Sie frühzeitig reagieren und verhindern, dass leichte Beschwerden zu ernsthaften Problemen werden.