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Reiseapotheke für urologische Beschwerden: Gut vorbereitet in den Urlaub

Ob Strandurlaub, Städtereise oder Wanderurlaub – eine gut ausgestattete Reiseapotheke gehört in jedes Gepäck. Gerade Menschen mit urologischen Erkrankungen oder wiederkehrenden Beschwerden sollten ihre Medikamente und einige wichtige Hilfsmittel nicht vergessen. So lassen sich viele Probleme vermeiden oder zumindest bis zum Arztbesuch überbrücken.

Warum eine urologische Reiseapotheke sinnvoll ist

Im Urlaub ändern sich oft die gewohnten Lebensumstände. Hohe Temperaturen, ungewohntes Essen, lange Autofahrten oder Flüge sowie eine geringere Flüssigkeitsaufnahme können den Harntrakt belasten. Gleichzeitig ist der Zugang zu einer urologischen Praxis nicht immer einfach.

Wer vorbereitet reist, kann Beschwerden häufig vorbeugen und weiß im Ernstfall, wann ärztliche Hilfe erforderlich ist.

Welche Medikamente gehören in die Reiseapotheke?

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente wegen einer urologischen Erkrankung ein, sollten Sie diese in ausreichender Menge mitnehmen. Planen Sie zusätzlich eine Reserve für einige Tage ein, falls sich Ihre Rückreise verzögert.

Dazu gehören beispielsweise Medikamente gegen:

  • eine gutartige Prostatavergrößerung
  • eine überaktive Blase
  • chronische Blasenbeschwerden
  • wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • erektile Dysfunktion (falls erforderlich)

Lassen Sie sich gegebenenfalls vor Reisebeginn ein Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung ausstellen, insbesondere wenn Sie ins Ausland reisen.

Medikamente gehören ins Handgepäck

Bei Flugreisen sollten alle wichtigen Medikamente grundsätzlich ins Handgepäck.

Der Grund ist einfach: Geht ein Koffer verloren oder trifft verspätet ein, bleiben Sie trotzdem versorgt. Außerdem dürfen manche Medikamente nicht über längere Zeit hohen oder sehr niedrigen Temperaturen im Frachtraum ausgesetzt werden.

Bewahren Sie die Medikamente möglichst in der Originalverpackung auf.

Schmerzmittel für den Notfall

Leichte bis mäßige Schmerzen können beispielsweise bei einer Blasenentzündung oder einem Harnstein auftreten. Geeignete Schmerzmittel gehören deshalb in jede Reiseapotheke.

Welche Präparate für Sie geeignet sind, sollten Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Menschen mit Nierenfunktionsstörungen oder bestimmten Vorerkrankungen dürfen nicht jedes Schmerzmittel einnehmen.

Ausreichend trinken schützt Nieren und Blase

Gerade im Sommer trinken viele Menschen trotz hoher Temperaturen zu wenig.

Ein Flüssigkeitsmangel kann:

  • die Bildung von Nierensteinen fördern,
  • Harnwegsinfektionen begünstigen,
  • den Urin stark konzentrieren und
  • Beschwerden beim Wasserlassen verstärken.

Trinken Sie daher regelmäßig Wasser – nicht erst, wenn Sie Durst verspüren. Besonders bei Wanderungen, sportlicher Aktivität oder heißen Reisezielen steigt der Flüssigkeitsbedarf deutlich.

Blasenentzündung im Urlaub

Eine Blasenentzündung beginnt häufig mit:

  • Brennen beim Wasserlassen,
  • häufigem Harndrang,
  • kleinen Urinmengen,
  • Schmerzen über dem Schambein.

Während unkomplizierte Harnwegsinfektionen bei Frauen häufig vorkommen, gilt eine Blasenentzündung beim Mann grundsätzlich als kompliziert und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Treten zusätzlich Fieber, Flankenschmerzen oder Blut im Urin auf, sollte umgehend eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden.

Nierensteine können auch im Urlaub auftreten

Wer bereits einmal einen Harnstein hatte, besitzt ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Ereignis.

Typische Symptome einer Nierenkolik sind:

  • plötzlich einsetzende, sehr starke Flankenschmerzen,
  • Ausstrahlung in Leiste oder Unterbauch,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Blut im Urin,
  • starke Unruhe.

Eine Nierenkolik sollte immer ärztlich behandelt werden.

Kommt Fieber hinzu, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Katheter und Hilfsmittel richtig vorbereiten

Menschen mit Blasenkatheter oder anderen urologischen Hilfsmitteln sollten ausreichend Ersatzmaterial mitnehmen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Ersatzkatheter
  • Urinbeutel
  • Desinfektionsmittel
  • Gleitgel
  • Pflaster oder Fixierungsmaterial

Verteilen Sie das Material möglichst auf Hand- und Aufgabegepäck.

Welche Unterlagen sollten mitreisen?

Neben der Reiseapotheke sind wichtige medizinische Dokumente hilfreich.

Dazu zählen:

  • Medikamentenplan
  • Liste der Diagnosen
  • Allergiepass
  • Impfpass
  • Krankenversicherungskarte
  • Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)
  • Notfallkontakte
  • bei Fernreisen eine englischsprachige Medikamentenliste

Diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen

Suchen Sie im Urlaub möglichst rasch ärztliche Hilfe auf, wenn folgende Beschwerden auftreten:

  • Blut im Urin
  • hohes Fieber und Schmerzen beim Wasserlassen
  • starke Flankenschmerzen
  • Harnverhalt (die Blase lässt sich trotz Harndrangs nicht entleeren)
  • plötzlich auftretende starke Hodenschmerzen
  • deutliche Schwellung des Hodens
  • starke Schmerzen trotz Schmerzmedikamenten

Kann ich meine urologischen Medikamente im Flugzeug mitnehmen?

Ja. Wichtige Medikamente sollten grundsätzlich im Handgepäck transportiert werden. Bewahren Sie diese möglichst in der Originalverpackung auf.

Wie viel sollte ich im Sommer trinken?

Der Flüssigkeitsbedarf ist individuell unterschiedlich. Bei Hitze, Sport oder langen Wanderungen steigt er deutlich an. Wasser ist in den meisten Fällen die beste Wahl.

Kann eine Blasenentzündung im Urlaub von alleine verschwinden?

Leichte Beschwerden können sich bessern. Männer sowie Personen mit Fieber, Blut im Urin oder starken Schmerzen sollten jedoch immer ärztlich untersucht werden.

Was mache ich bei einer Nierenkolik?

Suchen Sie umgehend eine ärztliche Einrichtung auf. Bei zusätzlichen Beschwerden wie Fieber oder Schüttelfrost handelt es sich um einen Notfall.

Eine gut geplante Reiseapotheke sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern auch für einen entspannteren Urlaub. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, ausreichend trinkt und Warnzeichen kennt, kann vielen urologischen Problemen vorbeugen. Treten dennoch Beschwerden wie Blut im Urin, starke Flankenschmerzen oder Fieber auf, sollte nicht gezögert werden, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

So können Sie Ihren Urlaub möglichst unbeschwert genießen.

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